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« Jenseits des alleinigem Ästhetizismus, das Wahre »
Die natürlichen Dinge existieren wirklich kaum, die Realitât befindet sich nur in den Träumen. » Baudelaire
Michel LEVY funktioniert nach dem Dualitätsprinzip, und fûr diesen Künstler, der für sich eine asiatische Spiritualität beansprucht, existiert eine Sache nur wirklich über die Vermittlung ihres Gegenteils. In dieser Weise bringen sich das Gute und das Böse gegenseitig hervor, Schwarz und Weiß beinhalten sich gegenseitig, und was man sieht, ist nicht zwangsläufig die Wahrheit.
So erklärt sich, das der Bildhauer die Wahl getroffen hat, über die einfache Erscheinung des betrachteten Objekts hinauszugehen und in seinen Skulpturen das Unbewusste, das wir zu oft in den tiefsten Grund von uns verbannen, zu übersetzen zu versuchen.
So hat er in seiner Arbeit an den Zwergen diese gehäutet darstellen wollen. Wie er selbst sagt: „die Haut ist das größte Organ, eine Art Puffer zwischen der äußeren und der inneren Welt. Indem ich diese Haut in meinen Skulpturen nicht darstelle, in symbolischer Weise, erlaubt dies mir das Innere des Geschöpfes zu sehen, in einer Art Enthäutung des alten Menschen.
Eine Art unter anderen eine Bestandsaufnahme zu machen und zu versuchen mit dem zu leben, was man hat, und nicht mit dem, was man gern hätte. Einige von meinen Figuren sind verkrüppelt, aber sie existieren. Trotz der Hindernisse.“
Diese Dualität finden wir noch in anderen Werken von Levy. So bei Eva und Circé die zwei Pole der Frau, die Lichtseite und die Schattenseite.
Und das Ziel dieses Künstlers, der die richtigen Fragen zu stellen weiss? Die Gegensätze vereinen, die fundamentale Einheit wiederfinden, die es erlaubt zum Zentrum der Dinge zu gelangen, zum Ausgangspunkt aller Möglichkeiten, allen Werdens.
Alle diese Skulpturen, alle diese gehäuteten Zwerge, sind in Wirklichkeit innere Portraits, die uns auf der höchsten Bewusstseinsstufe berühren und uns in eine spirituelle Welt Einlass verschaffen, auf der Suche nach einem Wunsch der Weiterentwicklung. So spricht zum Beispiel die Schöne Schlafenende, die auf einem Sockel ruht, dessen Unterbau von Zwergen bewohnt ist, den Traum und das Unbewusste des menschlichen Wesens an, die wahre Grundlage der Idee des Künstlers.
In einigen anderen Skulpturen von Michel Lévy liefern die Sockel den Betrachtern Schlüssel und erlauben, den künstlerischen Schaffensprozess eher zu suggerieren als ihn zu erklären.
In gewisser Weise kann man sagen, dass Michel Lévy sich der großen Tradition anschließt, und insbesondere dem Werk von Benvenuto Cellini, in dem die Sockel von großer Bedeutung waren.
Die Skulpturen von Lévy sind wie Götzenbilder, wie Götter einer übersprudelnden Welt, wo man den Ästhetizismus vergisst um nichts als die Wahrheit auszudrücken, die weder vollkommen schön noch vollkommen hässlich ist: sie ist
Diese Wahrheit drückt er auf verblüffende Art aus, indem er Schranken beseitigt und uns zwingt uns der Wirklichkeit unserer Persönlichkeit bewusst zu werden, die durch ein Leben, in dem die Parameter zumindest schwankend sind, hin- und hergerissen wird.
Michel Lévy hat die Macht dazu Geschichten zu erzählen, die in Bronze inkarniert sind, eine Art unter anderen Parabeln zu schaffen und zu vermitteln, die manche für prophetisch halten. Hören wir ihm also zu – indem wir ihn ansehen…
Patrice de la Perrière Univers des arts |