Das Volk

Bronze, fonte à la cire perdue – H 80 x 36 x 27 cm IDiese Skulptur stellt eine Sicht auf das jüdische Volk dar, das in Form einer zwitterhaften Person dargestellt wird, die männliche und weibliche Anteile hat. Damit sollen die Männer und Frauen gemeint sein, aus denen das Volk besteht. Dieses Volk mit seiner Verwurzelung in seinen heiligen Texten wird das „Volk des Buches“ genannt. Aus eben diesem Grund habe ich auf dem Sockel eine der Textpassagen eingraviert, die seine Identität bilden : den ersten Bündnisschluss zwischen Gott und Abraham. In der jüdischen Religion kommt der Frau als Behüterin der heimischen Gemeinschaft und der Erziehung der Kinder eine zentrale Bedeutung zu. Sie kann ebenso wohltuend wie unheilvoll sein; deshalb existiert ein kabbalistisches Schutzgebet vor Lilith, die in symbolischer Weise die dunkle Seite der Frau darstellt. Dieser Text ist in Form eines Amuletts in die Skulptur aufgenommen.
Diese Figur trägt eine besondere Kopfbedeckung: auf ihrer Stirn befindet sich ein Cabochon, auf dem der Buchstabe „Aleph“ eingraviert ist. In der Symbolik der hebräischen Buchstaben steht „Aleph“ für die spirituelle Erleuchtung. Für mich ist dies eine Weise zum Ausdruck zu bringen, dass dieses Volk von der Spiritualität geleitet wird.„Jahwe sagte zu Abraham, nachdem Lot sich Lot von Abraham getrennt hatte: „Blick auf und schau von der Stelle, an der du stehst, nach Norden und Süden, nach Osten und Westen. Das ganze Land nämlich, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen für immer geben.
Ich mache deine Nachkommen zahlreich wie den Staub auf der Erde. Nur wer den Staub auf der Erde zählen kann, wird auch deine Nachkommen zählen können.
Mach dich auf, durchzieh das Land in seiner Länge und Breite; denn dir werde ich es geben.“
(Genesis 13,14-17)„Sieh doch zum Himmel hinauf und zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst!“ Und er sprach zu ihm: „So zahlreich werden deine Nachkommen sein.“ (Genesis 15,5)

Amulett
Kabbalistisches Schutzgebet

„Im Namen Gottes sei der Träger dieses Amuletts vor den Dämonen geschützt, den bösen Geistern, vor Lilith, und vor allen bösen Dingen. Selah Amen.“

Mezouza

«

Höre, Israel, der HERR, unser Gott, ist ein einiger HERR.

Und du sollst den HERRN, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allem Vermögen. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen  und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest oder auf dem Wege gehst, wenn du dich niederlegst oder aufstehst, und sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sollen dir ein Denkmal vor deinen Augen sein, und sollst sie über deines Hauses Pfosten schreiben und an die Tore. ( Deuteronomium   VI, 4:9)

 

Werdet ihr nun meine Gebote hören, die ich euch gebiete, daß ihr den HERRN, euren Gott, liebet und ihm dienet von ganzem Herzen und von ganzer Seele, so will ich eurem Land Regen geben zu seiner Zeit, Frühregen und Spätregen, daß du einsammelst dein Getreide, deinen Most und dein Öl, und will deinem Vieh Gras geben auf deinem Felde, daß ihr esset und satt werdet. Hütet euch aber, daß sich euer Herz nicht überreden lasse, daß ihr abweichet und dienet andern Göttern und betet sie an, und daß dann der Zorn des HERRN ergrimme über euch und schließe den Himmel zu, daß kein Regen komme und die Erde ihr Gewächs nicht gebe und ihr bald umkommt von dem guten Lande, das euch der HERR gegeben hat. So fasset nun diese Worte zu Herzen und in eure Seele und bindet sie zum Zeichen auf eure Hand, daß sie ein Denkmal vor euren Augen seien. Und lehret sie eure Kinder, daß du davon redest, wenn du in deinem Hause sitzest oder auf dem Wege gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst; und schreibe sie an die Pfosten deines Hauses und an die Tore, daß du und deine Kinder lange leben in dem Lande, das der HERR deinen Vätern geschworen hat ihnen zu geben, solange die Tage vom Himmel auf Erden währen.    (Deuteronomium  XI, 13-21 )

 

Bronze, plexiglas – H 26 cm

 

Der siebte Tag

Der siebte Tag Bronze, Bronze,   Gußeisen  in verlorenem Wachs H 60 x 42 cm «Le ciel, la terre et tout ce qu’ils renferment étaient achevés ; Dieu, après avoir terminé son ouvrage au septième jour, se reposa en ce jour de toutes ses oeuvres. Dieu bénit le septième jour et le sanctifia ; car en ce jour il se reposa de toutes les oeuvres qu’il avait créées.» Sois loué, Éternel, notre Dieu, Roi de l’univers, qui as créé le fruit de la vigne. Sois loué, Éternel, notre Dieu, Roi de l’univers, qui nous as sanctifiés par tes commandements, qui nous as agréés et qui dans ton amour et ta bienveillance nous as donné en héritage ton saint jour de Sabbat, souvenir de la création du monde. Ce jour est la première des solennités, instituées en mémoire de la sortie d’Égypte. Oui, c’est nous que tu as choisis entre tous les peuples et que tu as sanctifiés, et c’est à nous que dans ton amour et ta bienveillance tu as donné ton saint jour de Sabbat en héritage. Sois loué, Éternel, qui sanctifies le Sabbat.  Sois loué, Éternel, notre Dieu, Roi de l’univers, qui fais sortir le pain de la terre. Sois loué, Éternel, notre Dieu, Roi de l’univers qui nous as sanctifiés par tes commandements, et nous as ordonné de nous laver les mains. Viens, mon bien-aimé, au-devant de la fiancée, Au-devant du Sabbat que nous allons recevoir. Schamor et Zachor par le Dieu unique, Ont été prononcés dans une seule parole ; Dieu unique, dont le nom est unique,En gloire,majesté et louange. Au milieu de ton peuple chéri. Viens, ma fiancée! viens, ma fiancée!  

 

Der Chabbath Leuchter

Im Werk von Michel Levy sind Symbolik und Spiritualität eng miteinander verknüpft.

Dieser bronzene Leuchter ahmt die verschiedensten Holzarten nach, verbindet sie mit starken und schwachen Banden wobei er in einer Art geistigen Metamorphose das Ganze auf ein heiliges Niveau anhebt. Der kleinste Zweig des Leuchters ist gleich bedeutsam wie jedes andere Teil desselben. Die Stellung des Menschen in der Gesellschaft ist dem vergleichbar.

 

Der Künstler macht somit die Verwandtschaft der Struktur einer menschlichen Gemeinschaft mit der des Sabbat Leuchters deutlich: jeder Teil stützt sich auf den anderen, um seinen Anteil an Licht beizutragen.

 

Das Tauwerk deutet die Verbindung zwischen Ziffern und Buchstaben in der hebräischen Sprache an. Die Zahl der Knoten des Tauwerks versinnbildlicht die Gleichstellung der Buchstabenwerte wie im heiligen Tetragramm.

 

Gemeines Material wird durch heiligende Gesinnung in würdige Materie verwandelt.

Allianz


«Lève les yeux et, du point où tu es placé, promène tes regards au Nord, au Midi, à l’Orient et à l’Occident : car tout le pays que tu aperçois, je te le donne et à ta postérité à perpétuité. Je rendrai ta descendance semblable à la poussière de la Terre : tellement que, si on peut nombrer la poussière de la terre, ta descendance aussi pourra être nombrée. Lève-toi ! Parcours cette contrée en long et en large ! car c’est à toi que je la donnerai.» (Genèse XI 11, 14, 1 5, 1 6, 1 7)  «Regarde le ciel et compte les étoiles, si tu peux en supputer le nombre ; et il lui dit, ainsi sera ta descendance.» (Genèse XV, 5) 

AMULETTE

Texte Kabalistique de protection Au nom (nom caché) de Dieu que le porteur de cette amulette soit protégé des démons, des esprits, de Lilith, et de toutes mauvaises choses. SELAH AMEN

« L’Alliance », bas-relief en bronze, fonte à la cire perdue, H 96 x 73 cm

 


Kirchenlied des Kirchenlieder

Bronze,   Gußeisen  in verlorenem Wachs – H 96 x 112 x 37 cm Das geschlossene TriptychonDie Symbolik
Das Hohe Lied ist ein Liebesgedicht, das Salomon zugeschrieben wird, und es ist so schön, dass es für die Liebesdichtung eine Art Prototyp geworden ist. Dieser Liebesgesang zwischen den zwei Protagonisten ist so körperlich und so anschaulich, dass man sich fragen kann warum er sich in einem heiligen Buch wiederfindet.
Tatsächlich gibt es zwei Ebenen der Lektüre des Hohen Liedes: die erste Ebene, die profane Ebene: die Liebe zwischen einem Mann und einer Frau; dies ist die wörtliche Ebene, die Ebene des Augenscheinlichen. Die zweite Ebene der Lektüre: jene weltliche Liebe muss in eine heilige Liebe übertragen werden, die zwischen Gott und den Menschen existiert. Das Hohe Lied ist von den größten Künstlern illustriert worden (vor allem von Matisse), und ich gebe Ihnen hier eine sehr persönliche Deutung.
Sie können zur Rechten des Liedes eine Säule in ägyptischem Stil sehen, die dazu dient an die zwei Säulen zu erinnern, die sich an der Kopfseite des Tempels Salomos befanden (wir haben eine sehr präzise Beschreibung des Tempels Salomos im Alten Testament). Diese Säule ist in ägyptischem Stil, da Hiram, der Architekt des Tempels eine Erziehung in ägyptischen Schulen erhalten hat.
Sie können wahrnehmen, dass auf der linken Seite man nicht die zweite Säule wiederfindet, sondern einen gekrümmten, voll angestrengten Mann; denn ich denke, dass die wahre Säule des Tempels der Mensch selbst ist, und es kann weder ein Stück Bronze noch ein Stück Marmor sein. Wir werden nun in die erste Ebene der Lektüre des Liedes eintauchen, die Ebene des Augenscheinlichen

Das geöffnete Triptychon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ebene des Augenscheinlichen

Wir sind also auf der ersten Ebene, der profanen Ebene, der Ebene des Augenscheinlichen und auf der wörtlichen Ebene. Um diese Ebene des Augenscheinlichen im Hohen Lied (in seiner ursprünglichen Sprache)zu symbolisieren habe ich die Protagonisten des Liedes ausgehöhlt in bildhauerischer Weise dargestellt, wobei sie die erstaunliche Besonderheit aufweisen als herausgehoben wahrgenommen zu werden, sobald Sie sich einige Schritte entfernen.

 

Ich habe dieses Mittel gewählt um zu zeigen, dass – auf symbolischer Ebene – die erste Lektüre des Liedes nur ein Anschein ist wie der Anschein der Heraushebung dieser Figuren, dass die Liebe, die zwischen jenem Mann und jener Frau in diesem Gedicht beschrieben wird, nur ein Gleichnis ist um die heilige Verbindung zwischen der Menschheit und ihrem Schöpfer zu beschreiben. Wir werden nun die heilige Dimension des Liedes ansprechen. Dazu habe ich mich auf den Kommentar von Maimonide berufen, von dem wir kurz zuvor gesprochen haben, vom goldenen Apfel und den silbernen Wurzeln.

Die Ebene des Heiligen


Ich erinnere Sie an den Kommentar von Maimonide zum Hohen Lied. Er vergleicht es mit einem goldenen Apfel, der von silbernen Wurzeln umgeben ist und möchte damit sagen, dass man von außen die silbernen Wurzeln sieht – die sehr schön sind – die der profanen Dimension entsprechen, dem Wörtlichen und dem, was der Liebe zwischen einem Mann und einer Frau entspricht. Aber wenn man ins Innere eintaucht, entdeckt man das Goldene, die heilige Dimension, den Liebesgesang, der zwischen Gott und den Menschen exisitiert. Um den Apfel herum können Sie ein mythisches Jerusalem wahrnehmen.